Mit dem 1935 entwickelten Leitz-Ortholux begann die "Erfolgsstory" einer Mikroskop-Legende. Das Ortholux wurde fast 40 Jahre nahezu unverändert gebaut, was der ausgefeilten und robusten Konstruktion geschuldet ist.
Die ersten Exemplare wurden 1937 als „MX“ (Mikroskop X) ausgeliefert. Eine eigene Bezeichnung hatte das Gerät noch nicht.
Das Kontruktionsprinzip war ein modulares System. Dies ermöglichte es, über all die Jahre, mit den aktuellen Entwicklungen in Mikroskopie, Optik und Forschung Schritt zu halten, bzw. diese zu integrieren.

Bereits 1933 wurde das große Fotomikroskop "Panphot" vorgestellt. Das "Monokular-Binokulare Laboratoriums-Mikroskop (MBLM)" erschien ein Jahr früher und kann als direkter Vorgänger des Ortholux gesehen werden. Alle drei nutzen zur Tubus- und Revolveraufnahme die gleiche Schwalbenschwanzführung wie vorher schon die "Stative A und B", bzw. das Universalmikroskop.

Dieses Universalmikroskop entstand als erstes modulares Mikroskopsystem 1919 auf Anregung eines Mediziners namens Scheffer aus Berlin-Wilmersdorf. Die technische Umsetzung der Ideen Scheffers erfolgte durch Werkmeister Paul Weilinger, der bei Zeiss in Jena seine Ausbildung machte. Seine Eltern waren mit Ernst Abbe bekannt.

Das MBLM unterschied von bisherigen Mikroskoptypen die um 180° gedrehte Anordnung von Stativ und Betrachtungstubus. Dadurch wurde ein freier Blick auf das Präparat gewährt und eine fest eingebaute Beleuchtung ermöglicht, welche mit dem MBLM weltweit erstmalig angeboten wurde.

In den ersten 15 Jahren gab es am Ortholux-Stativ kaum Änderungen. Lediglich die Gußform des Aluminium-Stativs wurde Ende der 40er Jahre innerlich etwas verschlankt. Äußerlich ist das nicht zu sehen.

1952 entstand das "Aufbereitungsmikroskop". Ein erster Ansatz, Auf- und Durchlicht-Beleuchtung getrennt zu realisieren.

1953 erhielt das Ortholux ein neu konstruiertes Stativ. Der Arm war schmaler und das Triebgehäuse etwas kleiner. So entstand mehr freier Raum, um ensprechende Auflicht-Zubehörteile anbringen zu können. Der Fluoreszenz-Opak nach Ploem kann z.B. nicht an älteren Modellen montiert werden. Es war aber immer noch ein umschaltbarer Strahlengang für Auf- und Durchlicht vorhanden.

1959 wurden dann die beiden Beleuchtungs-Pfade für Auf-und Durchlicht getrennt. Jetzt war es möglich, beide Beleuchtungsarten kombiniert einzusetzen. Sinnvoll war dies z.B. bei der Kombination der Auflicht-Fluoreszenz mit Durchlichtmethoden, wie Dunkelfeld oder Phasenkontrast.

Ein weiterer Schritt war 1963 die Abkehr vom Zweiblenden-Kondensor nach Berek und die Einführung der Systemkondensoren der Serie 600. Während der Zweibledenkondensor sowohl eine Leuchtfeld- als auch eine Aperturblende besaß, waren die 600er Kondensoren nur mit einer Aperturblende ausgestattet. Jetzt wurde eine Leuchtfeldblende im Stativ nötig, die zwischen Klapplinse und Spiegelkasten ihren Platz fand.

Die letzte, nur äußerlich gravierende Änderung kam 1970. Das Ortholux-Stativ erhielt den damals zeitgemäßen Hammerschlaglack, während alle anderen Komponenten schwarz blieben.

Mehr Informationen zu den unterschiedlichen Stativen finden Sie hier: Komponenten -> Stative